Fraunhofer IGP verleiht Innovations- und Technologiepreis 2025 an Peene-Werft
Das Fraunhofer-Institut für Großstrukturen in der Produktionstechnik IGP vergibt am 26. Februar 2026 den hauseigenen Innovations- und Technologiepreis 2025 an einen Spezialisten für Schiffbau.
Rostock. In diesem Jahr verleiht das Fraunhofer IGP dem Team von Harald Jaekel, Geschäftsführer der Peene-Werft den Innovations- und Technologiepreis. An dem Wolgaster Standort der Naval Vessels Lürssen (NVL) wurde die Entwicklung des sehenden Roboters für den Spezialschiffbau auf eine neue Ebene gehoben. Am 26. Februar 2026 findet die feierliche Übergabe durch Prof. Wilko Flügge, Institutsleiter des Fraunhofer IGP, statt. »Die langjährige Zusammenarbeit zwischen dem Fraunhofer IGP und der Peene-Werft wird durch diese Auszeichnung gewürdigt«, sagt Prof. Wilko Flügge.
Aktuelle Schweißroboteranlagen sind im Schiffbau oft unwirtschaftlich und unflexibel aufgrund der eingesetzten Offline-Roboterprogrammierung. Die wissenschaftliche Kooperation zwischen dem Fraunhofer IGP und NVL konzentriert sich auf die Weiterentwicklung von flexiblen, automatisierten und intelligenten Schweißtechnologien für den Schiffbau. Die NVL ist eine Werftengruppe mit vier renommierten Werften in Norddeutschland und internationalen Standorten und bietet maßgeschneiderte, intelligente und kosteneffiziente Schiffbau-Lösungen sowie umfangreiche Services. Darüber hinaus ist das Unternehmen Vorreiter in der Forschung und Entwicklung autonomer maritimer Überwassersysteme. Ziel der Zusammenarbeit ist es, innovative Technologien zu entwickeln, die den Anforderungen der modernen Schiffbauindustrie gerecht werden. Dabei stehen sowohl die technische Machbarkeit als auch die wirtschaftliche Effizienz im Fokus.
Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen des Fraunhofer IGP entwickelten in Kooperation mit NVL eine Schweißanlage für den Schiffbau, bei der die Roboterprogrammierung auf Basis von 3D-Sensordaten der gehefteten Bauteile unabhängig von Konstruktionsdaten erfolgt. Grundlage des Systems bildet der Einsatz neuartiger 3D-Sensorik in Verbindung mit innovativen Scanstrategien. »Das ermöglicht eine lückenlose Erfassung der Bauteilgeometrie unabhängig vom Material. Dies hat zum Vorteil, dass für das aktuelle Bauteil maßgeschneiderte Roboterprogramme zum Schweißen erzeugt werden können und die dazu notwendigen Benutzereingaben minimiert werden« so Dr.-Ing. Alexander Zych (Projektkoordinator »Maritime Unikatfertigung«).
Das Fraunhofer IGP kürt seit 2018 jedes Jahr den Gewinner seines Innovations- und Technologiepreises. Dieser wird für Leistungen im Gebiet der Produktionstechnik vergeben. Der Preis soll hervorheben, welchen technologischen, ökologischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Nutzen eine enge Zusammenarbeit zwischen Forschungseinrichtungen und Industrie mit sich bringt.
Letzte Änderung:
Fraunhofer-Institut für Großstrukturen in der Produktionstechnik IGP