Dr. Michael Irmer ist seit 2007 am Fraunhofer IGP – und gehört damit eigentlich schon zum Inventar

08. Oktober 2020

Seine Fraunhofer Karriere begann der gebürtige Ros­tocker als studentische Hilfskraft, damals war das Institut noch ein Anwendungszentrum (AGP). Heute ist Dr. Irmer Leiter des Teams Beschichtung, Bewitterung und Korrosionsschutz in der Abteilung Neue Werkstoffe und Verfahren.

© Fraunhofer IGP Rostock
Dr. Michael Irmer, Teamleiter Beschichtung, Bewitterung und Korrosionsschutz, macht Offshore- Windenergieanlagen wirtschaftlicher.

Offshore-Windkraftanlagen waren nicht seine erste Leidenschaft. „Eigentlich wollte ich in die Automobil-Industrie. Ich habe 2009/2010 ein Praktikum bei Daimler in Berlin gemacht. Dort hätte ich auch meine Diplom-Arbeit schreiben können, nur standen die Chancen für eine Übernahme zu dieser Zeit schlecht“, erklärt Dr. Irmer. Davor war Michael seit September 2007 als Hiwi am Fraunhofer AGP beschäftigt. An der Universität Rostock studierte er Wirtschaftsingenieurwesen zusätzlich zu seinem Job als Nachtportier in einem Hotel kam die Arbeit im Anwendungszentrum in der Mechanischen Fügetechnik. „Damals stand nur das Technikum mit den Büros an der Halle“, erinnert er sich. Anstelle der Diplomarbeit bei Daimler fragte Michael bei seinem alten Arbeitgeber nach und schrieb die Diplomarbeit in Rostock am AGP. Sein Thema: „Entwicklung eines Konzepts zur strategischen Ausrichtung einer Forschungseinrichtung in MV im Bereich Windenergie“. Hier klappte es auch mit der Übernahme.

Wechsel in den Bereich Klebtechnik

Am 1. Januar 2011 wurde Michael Mitarbeiter des Fraunhofer AGP. Er wechselte von der Mechanischen Fügetechnik zur Klebtechnik. Gruppenleiter Dr. Nikolai Glück hatte zu dieser Zeit das Forschungsvorhaben POLAR auf dem Schreibtisch und fragte: „Hast Du nicht Lust dich mit dem Thema Korrosion zu beschäftigen?“. Schmunzelnd erzählt Michael heute: „Davon hatte ich gar keine Ahnung. Ich glaube, es gab im ganzen Studium eine einzige Vorlesung, die sich mit Korrosion beschäftigt hatte. Ich habe die Herausforderung aber gerne angenommen. Nikolai hat mir die Antragsunterlagen auf den Tisch gelegt, mir seine Unterstützung zugesagt und dann ging es los!“ Dem Thema Korrosion und Offshore-Windenergie ist Michael bis heute treu geblieben. 2019 promovierte er erfolgreich zum Thema „Einfluss mechanischer Beanspruchung auf die verbleibende Korrosionsschutzwirkung von mehrschichtigen organischen Beschichtungssystemen am Beispiel von Offshore-Windenergieanlagen“.

Korrosionsschutz – auch in Zukunft ein wichtiges Thema

Die Korrosion hat einen großen Einfluss auf die Wirtschaftlichkeit von Offshore-Windenergieanlagen „Korrosion ist immer mit hohen Kosten verbunden. Ich bin ein großer Freund von Offshore-Windenergie. Sie muss einfach noch günstiger werden. Ein Ansatzpunkt dafür ist es, Korrosionsschäden zu vermeiden beziehungsweise die Reparaturen so optimal wie möglich zu gestalten. Der Energiegewinnung mit Offshore-Windenergieanlagen gehört die Zukunft. Mit den Ergebnissen meiner Arbeit können sie noch wettbewerbsfähiger werden“, erläutert ­Michael.  

Viel Raum zur Entfaltung und ein tolles Team

Traurig, dass er nicht doch in der Automobilindustrie gelandet ist, war der Rostocker nie. „Von Freunden, die in diesem Bereich arbeiten, weiß ich, dass man sehr spezialisiert arbeitet. Bei Fraunhofer kann man sich deutlich freier entfalten und sich die Aufgaben frei zusammenstellen. Die Fraunhofer-Gesellschaft ermöglicht es mir, meine Stärken zu erkennen, diese zu fördern. Ich habe so die Chance, meine Kompetenzen permanent auszubauen und mich gezielt fortzubilden.“
Michael leitet ein sehr junges Team und freut sich auf zukünftige Aufgaben am Fraunhofer IGP: „Wir sind ein sehr gutes Team. Wir sind sehr motiviert und haben Bock! Wir wollen in Zukunft auf jeden Fall noch wachsen.“