Schwimmende Windparks

28. Oktober 2019

Fraunhofer IGP als Partner im Projekt OWS plus – Floating Offshore Wind Solutions Mecklenburg Vorpommern- dabei! Wie ganze Offshore-Windparks Schwimmen „lernen“, damit beschäftigen sich ab sofort 14 Bündnispartner aus Wirtschaft und Wissenschaft in MV. Das durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung durch das Förderprogramm Innovative regionale Wachstumskerne geförderte Projekt OWS plus nahm mit dem offiziellen Kick-off am Fraunhofer IGP Rostock Ende September Fahrt auf.

Schwimmende Offshore Wind Parks

Die beteiligten Partner haben sich dabei kein geringeres Ziel gesetzt, als die nächste Stufe der Evolution im Bereich der regenerativen Stromerzeugung zu erreichen. Nicht überall im Meer kann einfach ein Windpark errichtet werden. Neben politischen Interessenlagen und umweltschutzrechtlichen Gesichtspunkten beeinflussen ozeanografische und geologische Aspekte die Erschließung. Wassertiefen von mehr als 60 Metern machen es unmöglich, feststehende Strukturen zu installieren. Bislang gibt es einige wenige Konzepte für schwimmende Unterstrukturen - diese sind jedoch nicht industriereif und / oder nicht wirtschaftlich tragfähig. Das Projekt OWS plus möchte Strukturen schaffen, die eine Serienfertigung der Komponenten ermöglichen.

Nicht nur Windräder sollen zum Schwimmen gebracht werden. Auch so genannte „Transformer Stationen“ sollen in Zukunft „floaten“ oder gar abtauchen. Diese Umspannplattformen übernehmen die Übertragung der elektrischen Energie zum Festland. Unter anderem reduzieren sie den Energieverlust. Sie ermöglichen damit die Energieübertragung über große Distanzen. Die Systemgrenzen sollen dabei auch bei großer Küstenentfernung von 900 Megawatt auf 1600 Megawatt angehoben werden.

Ein weiterer Punkt ist die Wartung und Installation der schwimmenden Anlagen. Sie sollen angepasst werden, auch an Umgebungen, die nicht über die entsprechende Technik bzw. maritime Infrastruktur verfügen. Es sollen praktikable Lösungen für Transport und Installation schwimmender Offshore-Technik sowie sinnvolle Betriebs- und Wartungskonzepte geschaffen werden.

Fraunhofer IGP betreut drei Teilprojekte

Die Fraunhofer-Einrichtung für Großstrukturen in der Produktionstechnik IGP ist eine von zwei Forschungseinrichtungen, die sich am Projekt beteiligen. Die Wissenschaftler des Fraunhofer IGP forschen in drei Teilprojekten unter anderem zur Entwicklung schwingfester, isolierter Tragstrukturen für elektrische Anlagen und zum Korrosionsschutz der schwimmenden Mehrzweckplattformen oder liefern die messtechnische Unterwasserstrukturanalyse von schwimmenden Windparks. „Wir freuen uns sehr, dass wir an diesem großen Projekt mitwirken dürfen. Wir wollen mit unserer Arbeit einen notwendigen Beitrag leisten, um den Strom aus Offshore-Wind wettbewerbsfähiger zu machen.“, erklärt Diplom-Wirtschaftsingenieur Michael Irmer. „Wir werden in den kommenden drei Jahren Lösungen entwickeln können, die sowohl die Verfügbarkeit von schwimmenden Windenergieanlagen als auch die Leistungsfähigkeit von schwimmenden Umspannplattformen signifikant steigern. Mit OWSplus gehen wir einen wichtigen Schritt in Richtung verlässliche und bezahlbare erneuerbare Energie“, so der Wissenschaftler.

Das Gesamtvolumen für OWSplus beträgt ca. 28 Millionen Euro. Das Projekt ist in drei Verbundprojekte aufgespalten: Verbundprojekt 1 Schwimmende Unterstrukturen, Verbundprojekt 2 Schwimmende Mehrzweckplattformen und Verbundprojekt 3 Installation und Wartung schwimmender Windparks. Zu den Bündnispartnern des Projektes gehören 12 Unternehmen und zwei wissenschaftliche Einrichtungen. Alle Partner verfügen über langjährige Erfahrungen in der maritimen Industrie bzw. besonders im Offshore-Bereich. OWSplus hat zunächst eine Laufzeit von drei Jahren.

Das Fraunhofer IGP bearbeitet folgende Teilprojekte im OWSplus:

TP1         Methoden zur simulationsgestützten Planung von verteilten Zwei-Produkt-Matrix-Fertigungsstätten auf Basis von Echtzeitdaten

TP2.1      Entwicklung schwingfester, isolierter Tragstrukturen für elektrische Anlagen

TP2.2      Entwicklung einer Vorlegetechnologie für den automatisierten Korrosionsschutz von schwimmenden Mehrzweckplattformen

TP3.1      Digitale Technologieentwicklungen für das ausrüstungsbezogene Installa-
tionsmanagement

TP3.2      Messtechnische Unterwasserstrukturanalyse von schwimmenden Windparks

Weitere Informationen und alle Projektpartner finden Sie unter
https://www.unternehmen-region.de/de/2493.php

 

Ansprechpartner

Dipl.-Wirt. Ing Michael Irmer

Projektverantwortlicher

Tel.: +49 381 49682 – 222

Mail: michael.irmer@igp.fraunhofer.de

www.igp.fraunhofer.de

 

Silke Schulz

Öffentlichkeitsarbeit

Tel.: +49 381 49682 – 224

Mail: silke.schulz@igp.fraunhofer.de

www.igp.fraunhofer.de