Maximilian Schlicht – Unser Simulant für alle Fälle: Vom Studentenjob zum Wissenschaftler

08. Oktober 2020

Maximilian Schlicht arbeitet seit 1. Januar 2019 am Fraunhofer IGP als wissenschaftlicher Mitarbeiter. 2017 begann er als studentische Hilfskraft in der Gruppe Umformtechnisches Fügen und Formgeben. Max simuliert Fügeprozesse – und das mit viel Herzblut.

© Fraunhofer IGP Rostock
Maximilian Schlicht ist seit 2019 Mitarbeiter am Fraunhofer IGP. 2017 begann er als Hiwi und schrieb sowohl seine Studien- als auch seine Masterarbeit am Institut.

„Wir sind aktuell dabei, verschiedene Fügeprozesse zu simulieren. Damit man sehen kann, wie gut dieses doch recht abstrakte Konstrukt der Simulation die Realität überhaupt abbildet“, erklärt Max starkt vereinfacht einen sehr komplexen Teil seiner Arbeit. Der Schweriner begann 2013 sein Maschinenbaustudium an der Universität Rostock. Als Schüler musste er sich einmal als Projektarbeit Gedanken über seine berufliche Zukunft machen. „Ein Freund von mir war damals schon auf Maschinenbau festgelegt. Ich fand das ganz interessant und ich habe dann auch meine Mappe und meinen Vortrag dazu vorbereitet. Er studiert heute Chemie. Ich bin beim Maschinenbau geblieben. Und ich habe bis jetzt keine bessere Alternative zum Maschinenbau gefunden“, schmunzelt er.

Ein Nebenjob, der auch beruflich voranbringt


Als er einen Nebenjob sucht, wird er dank einer Kommilitonin auf das Fraunhofer IGP aufmerksam. „Sie erzählte von ihrem  Hiwi-Job in der Klebtechnik. Das war perfekt. Ich wollte einen Studentenjob, bei dem ich schon während des Studiums Berufserfahrung sammeln konnte. Ich habe mich bei meiner jetzigen Gruppe beworben – damals noch die mechanische Fügetechnik. Und es hat geklappt.“
In der Folge schrieb Max auch seine Studienarbeit und seine Masterarbeit am Fraunhofer IGP. Thema der Arbeit: „Numerische Simulation des Installationsprozesses von Vollstanznieten mit variierenden Geometrie- und Werkstoffkonzepten“. Die schrieb er mit ein paar Wochen weniger Zeitpolster als vorgesehen. Denn er brauchte genug Zeit, um sich auf eine ausgeschriebene Doktorandenstelle zu bewerben, die ab 1. Januar 2019 besetzt werden sollte. „Ich habe meine Arbeit Ende November 2018 verteidigt, und dann musste ich schnell eine Bewerbung schreiben.“ Er bekam den Job.

Was geht ab in der Fügezone?

Das Thema für die Promotion steht noch nicht fest. Es soll aber auf jeden Fall in Richtung Simulation gehen. Im Moment arbeitet Max mit im Projekt „Reibungsbasierte Rissinitiierung“, das auch schon auf Seite 18 vorgestellt wurde. „Der Vorteil einer Simulation ist – wenn man ihr auch vertraut – dass man Erkenntnisse gewinnt, die man so nicht messen kann. Es ist zum Beispiel im aktuellen Projekt schwierig zu sehen, was da in der Fügezone so abgeht. Hier versuchen wir uns mit der Simula­tion zu helfen. So können wir sehen, was zwischen den Blechen passiert, wenn sie gefügt werden.“  

Fraunhofer als Bindeglied zwischen Uni und Industrie


Seinen Schritt von der Uni direkt zu Fraunhofer nach dem Studium hat er noch nicht bereut. Während des Studiums wohnte Max zusammen mit einem Physiker und einem Chemiker – eine kleine Nerd-WG. Beide ehemaligen Mitbewohner und sehr guten Freunde promovieren nun auch. „Sie haben jedoch viel weniger Zeit als wir. Das hier ist deutlich komfortabler. Ich habe viel mit Freunden darüber gesprochen, die direkt in die Industrie gegangen sind. Ich denke, dass Fraunhofer auf jeden Fall ein gutes Sprungbrett ist. Die Fraunhofer-Gesellschaft selbst versteht sich als Übergang zwischen Universität und Industrie. Man kann sehr gut vielseitige Kontakte in die Industrie knüpfen und selbst wenn man am Ende nicht promoviert, ist Fraunhofer in meinen Augen eine sehr gute Referenz im Lebenslauf. Ich sammle so viel Erfahrung in der Projektarbeit.“