H2GO ViR

© Fraunhofer IWU
H2GO, der Nationale Aktionsplan Brennstoffzellen-Produktion bündelt die Aktivitäten von 19 Fraunhofer-Instituten in insgesamt fünf Teilverbunden.
© H2GO
© H2GO

Problemstellung

Steigende Verkehrsleistungen im Straßengüterverkehr sorgen für einen kontinuierlichen Anstieg der CO2-Emissionen in diesem Segment - trotz Fortschritten bei Verbrauch und Abgastechnik. Der Bedarf, Alternativen zu fossilen Energieträgern zu entwickeln, ist daher besonders im Schwerlastverkehr groß. Fertigungstechnologien und Prozesse gilt es für eine effiziente, kostengünstige und hochrentable industrielle Serienfertigung zu ertüchtigen. Eine Vielzahl neuer Lösungen werden in dem Handlungsfeld Brennstoffzellentechnologie erwartet.

Zielstellung und Lösungsweg

Der Nationale Aktionsplan Brennstoffzellen-Produktion (H2GO) ist darauf ausgerichtet, Industrie und Forschung zu einem starken Ökosystem für eine wirtschaftlich nachhaltige Brennstoffzellen-Produktion zu verbinden. Die Technologie soll für die Gesellschaft transparent, greifbar und nutzbar werden. 19 Fraunhofer-Institute arbeiten mit Hochdruck daran, die Voraussetzungen für eine effiziente Großserienfertigung von Brennstoffzellen zu schaffen, die an Bord eines Fahrzeugs Wasserstoff in Strom umwandeln. Das Vorhaben ist in vier Technologie-Teilverbünde sowie einen übergeordneten Teilverbund »Virtuelle Referenzfabrik« (ViR) geclustert und wird unter Einbeziehung zahlreicher Initiativen auf Landes- und Bundesebne gezielt gestärkt.

Im Vordergrund des Teilverbundes ViR stehen Aufbau, Entwicklung und Implementierung eines digitalen Zwillings, der vollautomatisierte und manuelle Prozessschritte in einer modularen Struktur abbilden kann. Im Teilvorhaben ViR untersucht das Fraunhofer IGP manuelle Prozessschritte hinsichtlich des Tracking & Tracing sowie des Qualitätsmanagements. Da der Brennstoffzellen-Stapel aus mehreren Schichten sowie Bauteilen besteht, existieren unterschiedliche Fertigungsanlagen, deren Schnittstellen nicht von vornherein automatisiert zusammengelegt werden können. Für das Qualitätsmanagement ist es von zentraler Bedeutung, dass dem Gesamtprodukt des Stapels einzelne Bauteileigenschaften sowie deren Produktionsparameter zugeordnet werden können. Umso wichtiger sind die konsistente Datenanreicherung sowie die Überwachung des Materialhandlings. Nur so ist etwa eine Rückverfolgung auf bestimmte Produktionsspezifika möglich, welche zur Verwendung von Methoden der Datenanalyse genutzt werden können.

Nutzen

Brennstoffzellenelektrische Fahrzeuge (FCEVs, fuel cell electric vehicles) können künftig eine tragende Rolle im CO2-neutralen Fernverkehr übernehmen: In technologischer Hinsicht bietet die Brennstoffzelle im Vergleich zu den heutigen fossilen Antriebstechnologien ähnliche Volumen- und Gewichtszuladungen bei vergleichbaren Reichweiten und Tankzeiten. Damit bleibt Speditionen die heute gewohnte Flexibilität im Lkw-Einsatz erhalten. Gegenüber anderen emissionsfreien Antrieben sind FCEVs gerade im Schwerlastverkehr betriebs- wie volkswirtschaftlich und auch ökologisch wettbewerbsfähig – einen erfolgreichen Markthochlauf vorausgesetzt. Industriepolitisch eröffnet Wasserstoff die einmalige Chance, nicht nur den Klimaschutz zu fördern und die Energieversorgung auch im Mobilitätssektor breiter aufzustellen. Für den Produktionsstandort Deutschland kann er zusätzliche Wertschöpfung und damit ein umfangreiches, nachhaltiges und zukunftsfähiges Geschäftsfeld generieren. H2GO wird dazu beitragen, der deutschen Wirtschaft bedeutende Anteile am sich hochdynamisch entwickelnden globalen Brennstoffzellen-Markt zu sichern. Eine zügig aufgebaute Brennstoffzellen-Industrie kann so zu einem zentralen Kompetenzfeld deutscher Unternehmen werden.

Projektpartner

  • Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA
  • Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT
  • Fraunhofer-Institut für Schicht- und Oberflächentechnik IST
  • Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE
  • Fraunhofer-Institut für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik IWU
  • Fraunhofer-Institut für Fabrikbetrieb und -automatisierung IFF
  • Fraunhofer-Institut für Mikrostruktur von Werkstoffen und Systemen IMWS
  • Fraunhofer-Institut für Windenergiesysteme IWES
  • Fraunhofer-Institut für Keramische Technologien und Systeme IKTS
  • Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS
  • Fraunhofer-Institut für Elektronische Nanosysteme ENAS
  • Fraunhofer-Institut für Gießerei-, Composite- und Verarbeitungstechnik IGCV
  • Fraunhofer-Institut für Chemische Technologie ICT
  • Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI
  • Fraunhofer-Institut für Lasertechnik Aachen
  • Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT
  • Fraunhofer-Institut für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung IFAM
  • Fraunhofer-Institut für Produktionsanlagen und Konstruktionstechnik IPK

Förderhinweise

Der Förderzeitraum reicht bis Ende 2025, das Bundesministerium für Digitales und Verkehr fördert H2GO mit rund 80 Mio. € aus den Mitteln des Zukunftsfonds Automobilindustrie entsprechend der Empfehlungen des Expertenausschusses. Koordiniert wird die Förderung von der NOW GmbH, für die Umsetzung ist der Projektträger Jülich (PtJ) zuständig.